DIE FAMILIENUNTERNEHMER 

1. Zukunfts- und Bildungsforum an der RWTH Aachen

Rot-Grün lässt bei dem Thema Wirtschaft unsere Kinder im Stich.

FAMILIENUNTERNEHMER

B.U.: Teilnehmer der Podiumsdiskussion v.l.n.r.: Thomas Rick, Brigitte Balbach, Professor Dr. Thomas Retzmann, Yvonne Gebauer, Michael Hommelsheim (Moderator)

Der Wirtschaftsverband DIE FAMILIENUNTERNEHMER und DIE JUNGEN UNTERNEHMER hatten zum ersten NRW Zukunfts- und Bildungsforum auf dem RWTH Aachen Campus eingeladen.

Hauptteil der mehrstündigen Veranstaltung war eine prominent besetzte und lebhafte Podiumsdiskussion zum Thema „Wirtschaft als Schulfach“, in der es heftig zur Sache ging:

Den Auftakt machte Thomas Rick, NRW-Vorsitzender der FAMILIENUNTERNEHMER und gleichzeitig Leiter der Bildungskommission des Verbandes, der „Wirtschaft“ als Pflichtschulfach an allen Schulen in NRW forderte: „Wir möchten nicht, dass unsere Kinder als ökonomische Analphabeten die Schule verlassen!“

Professor Dr. Thomas Retzmann, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftswissenschaften und Didaktik der Wirtschaftslehre an der Universität Duisburg-Essen, erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass es in NRW zwischen 2010 und 2014 einen erfolgreichen Modellversuch mit dem eigenständigen Fach „Wirtschaft“ an 70 Realschulen in NRW gab. Dieser Probelauf kam bei allen Beteiligten (Schülern, Lehrern und Eltern) blendend an. Professor Retzmann: „Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation dieses Modellversuchs waren überwältigend positiv. Schade, dass es dennoch keinen parteiübergreifenden Konsens für ein Fach Wirtschaft gab.“

„In der Schulpolitik der rot-grünen Regierung geht es bedauerlicherweise nicht um die Erziehung der Schüler zu mündigen Bürgern“, betonte Brigitte Balbach, Vorsitzende von „lehrer nrw“, ehemals Realschullehrerverband, und fuhr fort: „Wir wünschen uns informierte Schüler, die die Grundprinzipien unserer soziale Marktwirtschaft kennen, verstehen und auch erklären können. Sie sollen zum Beispiel wissen, was ein Eurorettungsschirm ist.“

Yvonne Gebauer, Sprecherin für Schule und Weiterbildung der FDP-Landtagsfraktion in NRW, machte darauf aufmerksam, dass der erfolgreiche Modellversuch von der jetzigen Landesregierung letztendlich „ohne Wenn und Aber“ beendet worden ist. Das Schulministerium setze stattdessen vermehrt auf Verbraucherschutz.

Thomas Rick hält den Verbraucherschutz für unabdingbar, plädierte aber für eine umfassendere Sicht auf das komplexe Thema Wirtschaft. „Wir wünschen uns eine nicht ideologisch eingefärbte Wissensvermittlung, damit jeder Schüler die Kompetenzen erfährt, wirtschaftliche Zusammenhänge zu begreifen und zu bewerten. Letztendlich wollen wir, dass die Schüler lernen, selbstständig zu denken und zu arbeiten“, so der Verbandsvorsitzende.

Auch der Aspekt der Bereitstellung von finanziellen Mitteln wurde von den Podiumsteilnehmern angesprochen. Yvonne Gebauer machte darauf aufmerksam, dass das Land NRW im Bundesvergleich am wenigsten Geld pro Schüler ausgebe: „Wir – in NRW – sind jetzt schon Bildungsverlierer“, beteuerte Yvonne Gebauer.

Dem stimmte Brigitte Balbach zu und resümierte: „In den Jahren der rot-grünen Regierung hat sich die Grundbildung enorm verändert. Durchschnittlich haben sich die Leistungen, insbesondere in den Grundfertigkeiten – Schreiben, Rechnen, Lesen -, stark verschlechtert. Geschuldet ist dieser Missstand den fehlenden finanziellen Mitteln, einem eklatanten Lehrermangel, der nicht öffentlich gemacht wird, sowie einem Bildungsbegriff, der andere Prioritäten setzt.“ Als Beispiel zitierte sie einen Schüler, der ihr erklärt hatte: „Ich brauche nicht pünktlich zum Unterricht zu kommen – wir chillen in der ersten Stunde!“

Das führe dazu, so Brigitte Balbach, dass  Mütter und Väter unter anderem in Kleve auf die Straße gehen und mit dem Ziel protestieren, den Leistungsgedanken wieder zu stärken.

Moderator und Vorsitzender des Regionalkreises Aachen, Michael Hommelsheim, bilanzierte: „Wir brauchen eine sehr mutige Regierung, die die Probleme anpackt!“

Der Podiumsdiskussion vorausgegangen waren ein hochinteressanter Rundgang durch die Forschungscluster auf dem Campus mit fachlicher Führung durch Ralf Bigge, dem Geschäftsführer der EICe Aachen GmbH (Enterprise Innovation Center Aachen GmbH) sowie ein Vortrag des Unternehmers Oliver Roßbach, Geschäftsführer der aixtema GmbH und Partner der Cluster Logistik der RWTH Aachen, der die Möglichkeiten der Kooperation zwischen Forschung und Unternehmen anhand seiner persönlichen Erfahrungen aufzeigte und mit den Worten lobte: „Durch die Zusammenarbeit steigere ich die Wettbewerbsfähigkeit meiner Firma und bin ein Teil der Zukunft!“

Der RWTH Aachen Campus macht die Forschungskompetenz der RWTH sichtbar. Die Experten betreiben Forschung zu definierten, relevanten Themen. So wurde hier z. B. das Elektroauto StreetScooter im Rahmen eines Forschungsauftrags der Deutschen Post/DHL entwickelt. Das überzeugende Ergebnis führte dazu, dass die Deutsche Post/DHL selbst Automobilhersteller geworden ist. In diesem Jahr erfolgt der erste Roll-out von 10.000 Fahrzeugen, die am Standort Aachen produziert werden.

 

DIE FAMILIENUNTERNEHMER folgen als politische Interessenvertretung der Familienunternehmer den Werten Freiheit, Eigentum, Wettbewerb und Verantwortung. Die rund 6.000 Mitgliedsunternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von ca. 460 Mrd. Euro (Vgl. BIP Deutschland: rund 3.025 Mrd. Euro). Über 90 Prozent der Unternehmen in Deutschland sind eigentümergeführte Familienunternehmen.

 

Thomas Rick und Michael Hommelsheim stehen nach Terminabsprache für ein Interview zum Thema „Wirtschaft als Schulfach“ gerne zur Verfügung