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mhi immobilien Gruppe Verantwortung übernehmen:
Integration von zwei jungen Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung

DÜREN. Zwei junge Azubis der mhi immobilien Gruppe berichten über die Flucht aus ihren Heimatstaaten und ihre Erfahrungen mit Behörden und Menschen in Deutschland und in Düren.

Im Spätsommer 2015 kamen Hunderttausende Flüchtlinge nach Deutschland. Zwei von ihnen, die in unserer Nachbarschaft leben, haben wir gefragt, unter welchen Umständen und auf welchem Weg sie nach Deutschland gekommen sind und wie es ihnen bisher in Deutschland ergangen ist. Was haben sie in dieser Zeit erlebt, welche Hoffnungen haben sich erfüllt, welche nicht? Und wie sehen sie ihre neue Heimat?

Lesen Sie im Bericht von Robert Halstein den ganz persönlichen Rückblick von zwei jungen Männern auf die vergangenen 24 Monate.

v.l.n.r.: Michael Linn (Wirtschaförderung Düren – WIN.DN GmbH), Michael Hommelsheim (geschäftsführender Gesellschafter mhi Immobilien Gruppe), Wolfgang Nolden (stellv. Leiter Sozialamt Stadt Düren und Leiter des Projektes „AiD – Ankommen in Düren“) Deborah Borowski (Sozialamt Stadt Düren), Toni Hommelsheim (Mitgesellschafter mhi Immobilien Gruppe), Hossaini Syed Fazil , (Azubi Maler- & Lackierer DIS GmbH) Hadish Merhatsion Zerom (Azubi Maler- & Lackierer DIS GmbH)


Zerom Hadish Merhatsion berichtet

Es war die Angst, mit 17 eingezogen zu werden und ein Leben lang beim Militär verbringen zu müssen, ohne Chance auf eine Berufsausbildung, die den heute 30-jährigen Hadish Merhatsion, Zerom dazu bewegte, der Diktatur in seinem Heimatland Eritrea, den Rücken zu kehren. „Dass ich meine Familie zurücklassen musste, ist mir sehr schwer gefallen. Ich vermisse sie Tag für Tag“, sagt er.

Seine erste Station auf dem Weg nach Europa war Äthiopien. Ohne Geld verbrachte er dort fast zwölf Monate in einem Flüchtlingslager, in dem 50.000 Flüchtlinge im wahrsten Sinne des Wortes „hausen“ mussten. Essen und hygienische Vorrichtungen waren „eine Katastrophe“. Auch wegen dieser schlimmen Situation nahm Zerom den gefährlichen, langen Fußmarsch in den Sudan auf sich. „Hier konnte ich wenigstens meinem Beruf als Frisör nachgehen“, berichtete er. Nach mehr als einem halben Jahr gelang ihm dann die Weiterfahrt nach Libyen. Dort musste er sieben Monate in einem primitiven Versteck ausharren, ständig in der Angst, dass er von den Polizeipatrouillen entdeckt wurde. Nach knapp einem Jahr gelang es ihm einen Platz auf einem Flüchtlingsboot zu „erkaufen“. Die mehrtägige Überfahrt nach Lampedusa in Italien über das Mittelmeer war „ein reiner Horror“: 300 Menschen drängten sich auf dem viel zu kleinen Boot, darunter Kranke, Schwangere und kleine Kinder. Viele weinten die ganze Zeit. „Die Ausreise aus Libyen – das war ein schlimmer Film. Sehr, sehr schlimm. Noch viel schlimmer als dort einzureisen“ sagte er.

Zwölf Monate musste er in einer Unterkunft für Asylbewerber im italienischen Bari, ohne Arbeitsmöglichkeit warten, bevor er mit einem Bus nach Gießen transportiert und wieder in einem Heim für Asylbewerber untergebracht wurde. „Deutschland war mein großer Wunsch. Alles, was ich in meinem Land durchgemacht habe und auf dem Weg ans Ziel, all das werde ich mit der Zeit hoffentlich vergessen. Und alles, was ich mir je erträumt habe, beginnt sich in Deutschland zu erfüllen“, so Zerom. Asyl hat er in Dortmund beantragt, zugewiesen wurde er anschließend nach Langerwehe, wo er derzeit in der einer Flüchtlingsunterkunft untergebracht ist. Dort lebt er, teilweise auch unter schwierigen Bedingungen, mit seiner eritreischen Frau, die er dort kennengelernt hat, und seinem hier geborenen sechs Monate alten Sohn.
Fazil Syed Hossaini berichtet

Auch der zweite, im Jahr 1999 geborene Flüchtling, Hossaini, Syed Fazil, hat eine mehrjährige Flucht aus seiner Heimat Afghanistan, bewältigt. Die ersten Jahre seines Lebens ist er im Iran aufgewachsen und mit seinen Eltern im Alter von etwa 12 Jahren nach Afghanistan zurück gegangen – dem Heimatland seiner Eltern. Da sie jedoch Schiiten sind – einer Minderheit in Afghanistan, in dem hauptsächlich Sunniten leben – wurden sie in dem Dorf gemieden und mussten vor dem IS wieder zurück in den Iran fliehen. Dort hielten sie sich dann jedoch ohne gültige Papiere auf.

Gründe seiner Flucht sind vor allem die zahlreichen bewaffneten Konflikte um Landnutzungsrechte und Rechtsstreitigkeiten zwischen den ethnischen Gruppen Afghanistans. Zivilisten werden getötet, misshandelt und vergewaltigt, Dörfer zerstört und die gesamte Bevölkerung in den Rebellengebieten einer Kollektivbestrafung unterzogen. Stigmatisierungen, Tabuisierung, Marginalisierung und Diskriminierung sexueller Minderheiten sind in Afghanistan weit verbreitet. Menschen, die ihre Homosexualität offen zeigen, werden inhaftiert und sind in Haft schweren körperlichen Strafen und Folter ausgesetzt. Menschenrechtsaktivisten erhalten anonyme Drohungen und werden von der Polizei bedroht, wenn sie versuchen, Anzeige zu erstatten.

Sein Fluchtweg führte Fazil vor 20 Monaten über den Iran, in die Türkei und schließlich nach Griechenland. Von dort kam er über die mittlerweile geschlossene Balkanroute nach Deutschland. 2.500 € hat er für Schlepper ausgegeben – Geld, das er sich immer wieder unterwegs hart verdienen musste. Heute lebt er in einer Flüchtlingsunterkunft in Düren.
Integration liegt auch in den Händen der Flüchtlinge

Für beide Asylbewerber war schon vor ihrer Flucht klar, dass sie nach Deutschland wollten und, dass Integration auch in den Händen der Flüchtlinge liegt.

„Wir finden, dass man sich als Flüchtling nicht auf der Hilfe anderer ausruhen darf. Deshalb haben wir vom ersten Tag an Deutsch gelernt, noch bevor sie Sprachkurse besuchen durften. Nur zu sagen, ich lerne die Sprache schon mit der Zeit, reicht nicht aus. Man muss dafür aktiv etwas tun“, sagen sie. Die meisten Deutschen seien nett zu ihnen, aber es gäbe immer noch Deutsche, die Angst vor Asylbewerbern haben, glauben sie.

Auf die Frage, ob sie für immer in Deutschland bleiben wollen, antworten sie übereinstimmend: „Wir wissen noch nicht, ob wir lange in Deutschland bleiben werden, aber wir hoffen, dass es in der Zeit so etwas wie unsere zweite Heimat wird. Wir denken, wir können uns gut in die Gesellschaft hier integrieren“. Auch ein Dankeschön haben die beiden  zum Schluss: „Wir werden nicht vergessen, was viele Menschen für uns getan haben sagen sie abschließend.
Projekt „Ankommen in Düren“

Wie sieht es aber aus der Sicht der Verantwortlichen bei Behörden, z.B. der Arbeitsagentur oder den Sozialämtern aus? „Keine Ausbildung, schlechte Deutschkenntnisse, und oft eine unklare Bleibeperspektive – mit dieser Biografie ist es hierzulande fast unmöglich, eine bezahlte Arbeit zu finden“, so die allgemeine Aussage von vielen Verantwortlichen. Die beiden Flüchtlinge aus Langerwehe und Düren zeigen, dass es doch geht.

Dies bestätigt jedenfalls der gelungene Anfang für die Beiden in der Arbeitswelt. Auf Vermittlung der Arbeitsagentur, zum Teil in Kooperation mit dem Sozialamt der Stadt Düren, konnten Zerom und Fazil bei der mhi immobilien Gruppe als Praktikanten anfangen.

Das Sozialamt der Stadt Düren verfolgt mit seinem Projekt „AiD – Ankommen in Düren“ das Ziel, zugewiesene Asylbewerber schnellstmöglich in unsere Gesellschaft zu integrieren. Eine aktive Begleitung der Asylbewerber, realisiert durch aufsuchende Sozialarbeit sowie der Organisation städtischer Integrationsmaßnahmen, z.B. in Form von Sprachkursen, soll diese Integration auf möglichst vielen verschiedenen Ebenen fördern.


Ausbildung und Beschäftigung bei der mhi immobilien Gruppe

Die mhi immobilien Gruppe ist eine seit dem Jahr 1999 als unabhängige, inhabergeführte Immobiliendienstleistungsgruppe, die von Michael Hommelsheim geleitet wird. Inzwischen haben Zerom und Fazil  eine sogenannte „Einstiegsqualifizierung“ begonnen, die ein Jahr dauert und der eigentlichen Ausbildung vorgeschaltet ist. Sie dient der Vorbereitung von Asylbewerbern auf die Ausbildung, u.a. um sich auch an die Anforderungen in der Berufsschule zu gewöhnen (da die Berufsschule oftmals durch sprachliche Barrieren oder erforderlichem Vorwissen als besonders schwer erfahren wird). Dass die Flüchtlinge keine schulische Ausbildung im hier üblichen Sinn haben, ist für Michael Hommelsheim kein Hinderungsgrund. Das Unternehmen hat die Entscheidung nicht bereut: „Wenn alle Unternehmen ein bisschen weiterdächten, würde das mit der Integration auch besser funktionieren.“  Unsere Auszubildenden haben eine sehr große Motivation mitgebracht, sodass wir es nicht bereut haben die Maßnahme mit ihnen zu beginnen“ erklärt er.

Rolf Böttcher, technischer Leiter der mhi immobilien Gruppe, der für die beiden Asylbewerber verantwortlich ist, ist voll des Lobes. „Sie sind sehr lernfähig, pünktlich und zuverlässig“, sagt er. Er kümmert sich um die Azubis und weiß um die Probleme, mit denen die Neuankömmlinge zu kämpfen haben:  „Grundsätzlich erstmals das Sprachliche, dann im Endeffekt die neue Kultur und dann auch die sprichwörtliche deutsche Gründlichkeit in Allem. Und dann müssen sie sich auch noch in die Gesellschaft hier einfügen“, sagt er.

Wolfgang Nolden, stellvertretender Leiter des Dürener Sozialamtes und Leiter des Projektes „AiD – Ankommen in Düren“, und seine Kollegin, Deborah Borowski, erläutern die grundsätzliche Problematik, neu angekommene Flüchtlinge erfolgreich in ein Ausbildungsverhältnis zu vermitteln. Unabdingbar für eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen sei ein frühzeitiges Erlernen  der deutschen Sprache. Viele Asylbewerber bringen zwar bereits handwerkliche Fähigkeiten mit, sind aber aufgrund der mangelnden Deutschkenntnisse nicht in der Lage, die beruflichen Herausforderungen einer dualen Ausbildung, insbesondere in der Berufsschule, zu meistern. Daher verfolgt die Stadt Düren im oben beschriebenen Projekt den Ansatz, die Flüchtlinge schnellstmöglich sprachlich zu fördern. Häufig muss dem eigentlichen Grundsprachkurs noch ein Alphabetisierungskurs vorgeschaltet werden, da viele Asylbewerber unsere lateinischen Buchstaben nicht beherrschen. Die Stadt kooperiert hier eng mit der Volkshochschule Rur-Eifel. Erst wenn ein ausreichendes Sprachniveau erreicht ist, kann im nächsten Schritt die weitere Integration des Asylbewerbers, z.B. über ein Praktikum und eine anschließende ausbildungsvorbereitende Einstiegsqualifizierung, angestoßen werden.

Toni Hommelsheim, Mitgesellschafter der mhi immobilien Gruppe, der sich ebenfalls um die Auszubildenden kümmert, weist auf zahlreiche Hürden hin, die Betriebe haben, wenn sie Asylbewerber einstellen wollen: „Sind die Unternehmen dazu bereit, verweigern die Behörden aufgrund vieler unsinnig erscheinender Vorschriften die Zustimmung. Geben andererseits die Behörden grünes Licht, haben Unternehmen wegen der oft schlechten Ausbildung und wegen schlechter Deutschkenntnisse Bedenken. Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren scheint eine Quadratur des Kreises zu sein“, sagt er. Der deutsche Mittelstand brauche mehr Unterstützung zur Bewältigung der Integrationsprobleme. „5 Ämter, die kontaktiert werden mussten, mit einer Flut von Formularen, die auszufüllen waren, sind für kleinere Betriebe ein kaum zu bewältigender, steiniger Weg“, mahnt Toni Hommelsheim.


Migrations-Monitor Arbeitsmarkt der Bundesagentur für Arbeit

Insgesamt sind rund 40 Prozent der Asylsuchenden, die Interesse an einem Ausbildungsplatz angemeldet und die Ausbildungsreife erlangt haben, untergekommen, berechnete die Bundesagentur für Arbeit (BA) in ihrem Migrations-Monitor Arbeitsmarkt Ende Juni. Das sind über 8.600 der Menschen, die bundesweit Schutz und Arbeit suchen. Da aktuell noch viele junge Leute im Praktikum, in einer Einstiegsqualifikation und diversen Programmen zum Spracherwerb und zur Berufspraxis sind, gibt es in der BA Deutschland einen vorsichtigen Optimismus, dass mit dem neuen Ausbildungsjahr im September die Zahl der Ausbildungs-Verträge stark ansteigt.

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mhi immobilien Gruppe – Unternehmenskurzprofil

Die unternehmergeführte mhi immobilien Gruppe (Düren) ist ein integrierter Qualitätsanbieter von ganzheitlichen Service- und Dienstleistungen, die den kompletten Lebenszyklus der Immobilienbewirtschaftung abdeckt. Seit 1999 erbringt die Unternehmensgruppe in diversen operativen Gesellschaften für institutionelle und private Kunden sämtliche Leistungsbausteine des Property Managements und des Facility Managements. Darüber hinaus bietet die mhi immobilien Gruppe spezialisierte Dienstleistungen, wie etwa Quartiersmanagement, Wohnungseigentumsverwaltung und Immobilienentwicklung an und erwirbt dabei auch Immobilienportfolios für den Eigenbestand.

Die Gruppe zeichnet sich verantwortlich für die Bewirtschaftung und das Management von über 9.000 Einheiten bundesweit an über 550 Objektstandorten. Hierbei handelt sich um Immobilienwerte von rund 700 Millionen Euro.

Mit Sitz in Düren und Repräsentanzen in Köln, Essen und Potsdam beschäftigt die mhi immobilien Gruppe rund 80 Mitarbeiter.

Die DIS – Deutsche Immobilien Service Gesellschaft als Mitglied der mhi immobilien Gruppe deckt mit rund 20 Handwerkern den Bereich infrastrukturellen und technischen Service ab.

Zu den Kunden der mhi immobilien Gruppe gehören insbesondere Immobilien- und Investmentfondsgesellschaften, Asset Management Gesellschaften, Versorgungswerke, Vermögensverwalter, Family Offices und mehrere tausend private Investoren.

Die mhi immobilien Gruppe ist Ausbildungsbetrieb für Immobilienkaufmann (m/w) und bildet in diesem Bereich derzeit drei Auszubildende aus sowie Ausbildungsbetrieb für als Maler und Lackierer (m/w).

 

Pressekontakt:
Michael Hommelsheim
geschäftsführender Gesellschafter

mhi management GmbH
Gewerbepark „Alte Molkerei“
Mariaweilerstraße 83 a-c/85  I  52349 Düren
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